Zertifizierte Passivhaus Bauprojekte

In der Passivhaus-Datenbank Passivhausprojekte.de erkennt man zertifizierte Passivhäuser am PHI-Logo. Die aktuellen Zertifierungskriterien können von der Internetseite des Passivhaus Institutes http://www.passiv.de heruntergeladen werden:


Die offiziellen Gebäude-Zertifizierungskriterien werden vom Passivhaus Institut auf Deutsch und Englisch veröffentlicht. Es existieren jedoch Übersetzungen in weitere Sprachen, die von verschiedenen Partnern und Passivhaus-Organisationen weltweit erstellt werden. Wenn auch Sie Kriterien in Ihre Landessprache übersetzen möchten, kontaktieren Sie bitte das Passivhaus Institut. Dann erhalten Sie eine Übersetzungs-Anleitung.

Bitte beachten Sie, dass Kriterien-Übersetzungen rein informativ und nicht bindend sind: Gebäude-Zertifizierungskriterien in anderen Sprachen

Zertifiziertes Passivhaus

Passivhäuser sind nicht per Gesetz oder Verordnung eingeführt - es handelt sich um einen freiwillig vereinbarten Standard. Dieser Standard ist jedoch klar und unmissverständlich definiert: Das Passivhaus Institut hat die Kriterien für Passivhäuser für unterschiedliche Bauaufgaben formuliert (vgl. letzter Abschnitt). Es handelt sich dabei ausschließlich um sogenannte „funktionale Kriterien“, d.h. es werden nicht einzelne bauliche oder technische Details fortgeschrieben, sondern es wird eine insgesamt stimmige Planung mit kompetent ausgeführter Energiebilanz, Ausarbeitung der Details und Dokumentation der Komponenten verlangt. Dadurch wird erreicht, dass das geplante Gebäude in der Praxis wirklich die Ergebnisse erbringen kann, die von ihm erwartet werden. Die Messergebnisse einer Vielzahl untersuchter Passivhaus-Projekte bestätigen das. Die Zertifizierung dient der Sicherung der Qualität - und der Schwerpunkt liegt dabei bei der Planung, denn nur eine praxisgerechte Planung kann an der Baustelle in ein funktionierende Gebäude umgesetzt werden: Luftdichtheit, Wärmebrückenfreiheit, hochwertige Fenster und deren Einbau, Lüftungsanlage und übrige Haustechnik müssen zielgerecht geplant und aufeinander abgestimmt sein (in der Fachwelt spricht man von integraler Planung).

Dabei hilft vor allem ein Tool: Das Passivhaus Projektierungs-Paket (PHPP). Im PHPP sind die Erfahrungen von 20 Jahren erfolgreicher Passivhausplanung zusammengeführt. Wer das PHPP bei der Planung verwendet, wird auf zusammenpassende und wirksame Lösungen geführt - und hat zugleich die Chance, kostengünstig zu bauen. Das PHPP verantwortungsvoll einsetzen bedeutet zugleich, dass die gewählten Lösungen dokumentiert und die zugehörigen Kennwerte ermittelt werden müssen (z.B. die Wärmedurchgangskoeffizienten der Verglasungen). Diese Werte entnimmt der Planer unabhängigen Prüfzeugnissen - am einfachsten ist es, wenn Zertifikate der Passivhaus-Komponenten-Zertifizierung vorliegen.

Planer und Bauherrschaft können beide an einer Zertifizierung eines geplanten Passivhauses interessiert sein:

  • Der Planer kann auf jahrzehntelang gesammeltes Know-how der qualifizierten Zertifizierer zurück greifen und erleichtert sich so den Planungsprozess.
  • Der Planer erhält im Zertifizierungsprozess wertvolle Hinweise, wie die Qualität verbessert, die Lösungen vereinfacht, besser ausführbar und kostengünstiger umgesetzt werden können.
  • Der Bauherr kann mit einem Zertifikat des PHI sicher gehen, dass sein Gebäude auch wirklich ein Passivhaus wird - und sich somit seine Investition in qualitätvollere Komponenten auch lohnt.
  • Nicht selten wird ein Objekt durch die Begleitung eines erfahrenen Passivhaus-Zertifizierers sogar kostengünstiger.

Der Auftraggeber erhält nach Abschluss der Qualitätssicherung (d.i. i.a. nach Durchführung des Drucktests der Fall) eine Urkunde sowie ein Zertifizierungsheft, welches die für das Zertifikat maßgeblichen Seiten des PHPP umfasst. Dies ist zugleich eine umfassende Dokumentation des Gebäudes bzgl. seiner wärmetechnischen Eigenschaften. Zudem wird eine Plakette überreicht, die am Gebäude angebracht werden kann.

Siegel „zertifiziertes Passivhaus“


Was sagt das Zertifikat?

Bei der Planung eines Neubaus oder einer Sanierung kann der künftig zu erwartende Energieverbrauch prognostiziert werden: Dies erfolgt rechnerisch nach den Regeln der Bauphysik, bewährt hat sich dafür das Tool "PHPP".

Die berechneten späteren Werte („Bedarf“) für die Heizwärme und die Primärenergie werden im Zertifikat ausgewiesen. Dabei werden sie auf die beheizte Wohn- bzw. Nutzfläche bezogen. Der spätere Verbrauch hängt tatsächlich vor allem von der baulichen Qualität der Gebäudehülle ab, und genau die ist es, die zusammen mit den Eigenschaften der Gebäudetechnik zertifiziert wird. Bei nur mäßiger Qualität der Hülle würde der Verbrauch leicht das Vier- bis Fünffache gegenüber dem eines funktionierenden Passivhauses betragen. Aber es gibt tatsächlich noch zwei weitere Einflüsse auf den Verbrauch:

  • Die Handhabung durch den Nutzer (insbesondere die Warmwasserzapfungen und die eingestellten Temperaturen in den Räumen).
  • Das Wetter im jeweiligen Winter.

Diese beiden Einflüsse können jeweils bis zu +100% (aber auch -70%) betragen. Beide Einflüsse lassen sich weder langfristig vorhersagen noch bedeutend beeinflussen. Erst im Nachhinein können diese Einflüsse gemessen werden. Wie ist dennoch eine Planung und Projektierung möglich? Diese erfolgen dadurch, dass mittlere Werte für diese beiden Einflüsse eingesetzt werden (z.B. der Klimadatensatz des Standortes sowie 30 Liter Warmwasser je Person und Tag und 20°C mittlere Raumtemperatur im Winter). Die tatsächlichen Werte während der späteren Nutzung können von den Mittelwerten abweichen - und daher wird dann auch der Verbrauch einen anderen Wert haben als der zunächst berechnete Bedarf. Das ist ähnlich wie beim Kilometerverbrauch von Fahrzeugen - auch dort liegen Annahmen zum Fahrverhalten zu Grunde. Einen Unterschied gibt es freilich doch: Die im PHPP verwendeten Annahmen zu den Mittelwerten sind möglichst realistisch gewählt; sie kennzeichnen in etwa ein durchschnittliches Nutzerverhalten. Dementsprechend zeigen auch die Messprojekte von Passivhaussiedlungen, dass die Mittelwerte des gemessenen Verbrauchs ziemlich gut mit den ursprünglichen Bedarfswerten nach PHPP übereinstimmen. Das gilt aber nicht für die Einzelverbrauchswerte einzelner Wohnungen (oder Einfamilienhäuser); dafür sind die individuellen Nutzreinflüsse zu groß.

Vor diesem Hintergrund ist es weder für Bauherren noch für Planer sinnvoll, sich „Verbrauchswerte“ garantieren zu lassen (ja, eine solche Garantie ist geradezu unmöglich). Der Bauherr kann jedoch verlangen, dass der Planer ihm mehrere Bedarfswerte in Abhängigkeit z.B. von der Innentemperatur ausweist (bei 20 °C: 15 kWh/(m²a); bei 21°C: 16,5 kWh/(m²a); bei 22°C: 18,2 kWh/(m²a)). Die beste „Garantie“ für Planer, Bauherr und Bauunternehmen ist eine Zertifizierung als qualitätsgeprüftes Passivhaus - denn dabei profitieren alle auch noch von dem Know-how, das bereits gesammelt wurde.

NEU ab 2010: Zertifizierung von Altbaumodernisierungen mit Passivhaus-Komponenten

Das Passivhaus Institut hat auch Zertifizierungskriterien für die Sanierung bestehender Gebäude mit Passivhaus-Komponenten entwickelt.

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Wärmeleitfähigkeit - Vorgehensweise bei der Zertifizierung von Passivhäusern

Für die Zertifizierung von Passivhäusern muss laut Zertifizierungskriterien für jeden verwendeten Dämmstoff bzw. jedes Bauprodukt ein Nachweis eingereicht werden, aus dem hervorgeht, welche Wärmeleitfähigkeit (Lambda-Wert) der Baustoff besitzt. Für Passivhäuser in Deutschland ist hierzu gemäß DIN V 4108-4 der deutsche Bemessungswert zu verwenden. Für die Zertifizierung von Passivhäusern in anderen Ländern ist der jeweilige, per nationaler Norm für die Berechnung von Gebäudeenergiebilanzen festgelegte Lambda-Wert zu verwenden. Falls es keine nationale Regelung gibt, kann eine Wärmeleitfähigkeit angesetzt werden, die von einer unabhängigen Stelle geprüft und bestätigt wurde. So kann im Ausland z.B. die Wärmeleitfähigkeit, die das CE-Kennzeichen bescheinigt, für das PHPP verwendet werden. Werden Produkte eingesetzt, die vom PHI als passivhausgeeignete Komponente zertifiziert sind, so müssen immer die Kennwerte aus dem PHI-Zertifikat verwendet werden.


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