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Wohn- und Geschäftshaus

House of Energy
Bavariaring 14
87600 Kaufbeuren
Passivhaus-ID: 4239

Fertigstellung: 2015
Architekten: schneider + schumacher, Frankfurt am Main

© PHI

Weltweit erstes zertifiziertes „Passivhaus Premium“

Eines der nachhaltigsten Gebäude der Welt steht in Bayern: Das Wohn- und Geschäftshaus in der Stadt Kaufbeuren hat als erstes die Kriterien für das internationale Zertifikat „Passivhaus Premium“ erfüllt. Mit einem Heizwärmebedarf von nur 8 kWh/m²a weist es eine einzigartige Energieeffizienz auf. Zugliech wird mit einer 250 Quadratmeter großen Photovoltaikanlage auf dem Dach erneuerbare Energie erzeugt. Bauherr des auch optisch ansprechenden Gebäudes war das Planungsbüro Airoptima, das nun seinen Geschäftssitz in dem weltweit ersten „Passivhaus Premium“ hat. Auf seinen insgesamt etwa 910 Quadratmetern bietet das „House of Energy“ genannte Projekt zudem Platz für eine Betriebsleiterwohnung, einen Schulungsraum und eine Dauerausstellung zum Thema „Bauen und Sanieren“. Zertifiziert wurde der dreigeschossige Massivbau von dem Büro Herz & Lang.

Die erzeugte Energie wird ins Netz eingespeist

Für die Energieeffizienz sorgen wie in jedem Passivhaus in Mitteleuropa dreifachverglaste Fenster, eine gute Wärmedämmung, eine ausgezeichnete Gebäudehülle, eine weitgehend wärmebrückenfreie Konstruktion und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung - bei der Lüftung sind für Vergleichsmessungen die Geräte verschiedener Hersteller eingebaut. Für den geringen Restheizbedarf und die Versorgung mit Warmwasser wird eine Erdreich-Wärmepumpe genutzt. Die benötigte Hilfsenergie und der Allgemeinstrom werden über die Photovoltaikanlage gedeckt. Darüber hinaus erzeugte Energie wird ins Netz eingespeist.

Das PER-Konzept als Grundlage

Die Gebäudeklasse „Passivhaus Premium“ wurde gemeinsam mit dem „Passivhaus Plus“ im April 2015 mit einer neuen Version des Planungstools PHPP eingeführt. In beiden Fällen wird Bauherren eine verlässliche Orientierung bei der Kombination von Effizienz und Erneuerbarem geboten. Erzeugung und Bedarf von Energie werden jedoch getrennt bilanziert - direkte Anrechnung von im Sommer erzeugtem Photovoltaikstrom auf die im Winter benötigte Heizenergie ginge an der Realität vorbei, da eine jahreszeitliche Speicherung immer mit Verlusten verbunden ist. Grundlage der Berechnung ist daher das PER-Konzept: Für die einzelnen Energieanwendungen sind PER-Faktoren festgelegt (PER = Primary Energy Renewable), die angeben, wie viele Kilowattstunden erneuerbare Primärenergie für eine Kilowattstunde benötigte Energie erzeugt werden müssen.

Primärenergiebedarf klar unter der Obergrenze

Bei einem „Passivhaus Plus“ liegt die Obergrenze für den Gesamtbedarf an erneuerbarer Primärenergie bei 45 kWH/(m²EBFa). Zugleich müssen, bezogen auf die überbaute Fläche, mindestens 69 kWH(m²überbauta) erneuerbare Energie erzeugt werden. Beim „Passivhaus Premium“ ist der Energiebedarf auf 30 kWh/(m²EBF) begrenzt. Das Projekt in Kaufbeuren erfüllt diesen Wert mit 21 kWh/(m²a) klar - und gleicht damit eine leichte Unterschreitung der in dieser Klasse auf 120 kWh/(m²EBF) abgesetzten Anforderungen für die Erzeugung aus. Als maximaler Heizwärmebedarf gilt in allen Passivhaus-Klassen 15 kWh/(m²EBFa).

© PHI
playground/cara_s_playground_11.txt · Zuletzt geändert: 2019/03/28 09:45 von cblagojevic