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Wohnhaus Frankfurt - Sanierung

Tevesstraße 36-54
60326 Frankfurt am Main
Passivhaus-ID: 1211

Fertigstellung: 2006
Architekten: faktor10

© PHI

In der Tevesstraße wurde eine hochenergetische Sanierung im Bestand zu vetretbaren Kosten durchgeführt. Jeweils sechs Wohnungen mit einer Wohnfläche von 50 m² waren als Zweispänner über einen Hauseingang mit Treppenaufgang erschlossen. Im Zuge der Sanierung wurde ein Teil der Wohnungen zusammengelegt (80 bis 100 m²), um so familiengerechte und attraktive Wohnungen zu schaffen. Zudem wurde anstelle des alten Satteldachs ein neues Staffelgeschoss mit zusätzlichen Wohnungen erstellt. Die für Gebäude der Wiederaufbauphase typische Bausubstanz war in schlechtem Zustand. In Bezug auf Wohnkomfort und Heizenergiebedarf entsprachen die Gebäude bei weitem nicht den heutigen Anforderungen, auch unter bauphysikalischen Aspekten war der Zustand der Gebäude nicht akzeptabel. Die Gebäudehülle war nicht ausreichend luftdicht, die Außenwände nicht wärmegedämmt und die Fenster hatten zum Teil noch Einfachverglasung. Deshalb waren die Innenoberflächen der Außenwände kalt und das Raumklima war, trotz hoher Heizkosten, unbehaglich.

Energetisch konsequente Sanierung in unbewohntem Zustand

Bei der Komplettsanierung von 60 Wohnungen aus den 50er Jahren wurden die aus dem Neubau bekannten Passivhauselemente, hochwertige Wärmeschutzmaßnahmen an der Gebäudehülle und kontrollierte Wohnungslüftung, verwendet. Damit ist eine energetisch konsequente Sanierung realisiert worden, welche die Behaglichkeit und somit die Wohnqualität entscheidend steigert. So konnte der Heizenergiebedarf auf 1,7 Liter Heizöläquivalent pro Quadratmeter und Jahr gesenkt werden. Die umfangreiche Sanierung konnte nur in unbewohntem Zustand umgesetzt werden, weshalb die Mieter ein Jahr vor Beginn der Arbeiten über die Sanierungsmaßnahmen informiert wurden. So konnten für die Mieter zufriedenstellende neue Wohnsituationen gefunden werden. Auch die Planer und Handwerker wurden frühzeitig einbezogen, sodass sicher gestellt werden konnte, dass die sehr ambitionierte Kostenvorgabe von knapp 1000 €/m² Wohnfläche inkl. Mehrwertsteuer (DIN 276 KG 300/400) eingehalten werden konnte.

Vermeidung des „Schießscharteneffekts“

Jede Wohnung wurde mit einer separaten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnnung ausgestattet. Die Platzierung der hocheffizienten Anlagen mit bis zu 84 Prozent Wärmerückgewinnung erfolgte platzsparend im Bad. Die Zuleitung zu den Wohnräumen wurde über abgehängte Decken im Flur, der Abluftstrom unsichtbar über die Türrahmen geführt, was gleichzeitig dem Schallschutz innerhalb der Wohnungen dient. Die Passivhausfenster wurden in die Dämmebene und damit vor die bestehende Außenwand gesetzt. So konnte man Wärmebrücken beim Einbau reduzieren und den oft als unangenhem empfundenen „Schießscharteneffekt“ der Fenster vermeiden. Durch die Montage an Winkelblechen in der Dämmebene ist eine Fixierung der Rahmen problemlos möglich, gleichzeitig können Fenster ausgetauscht werden, ohne dass die Dämmung beschädigt wird.

Kostengünstige Lösungen

Damit der ambitionierte Budgetrahmen eingehalten werden konnte, wurden spezielle kostengünstige Lösungen umgesetzt. Die sommerliche Entfeuchtung der Kellerräume erfolgt beispielweise durch eine einfache mechanische Belüftung mit einem Badezimmerventilator. Die Zuluft strömt durch zusätzlich angebrachte Bohrungen in den Kelleraußenwänden nach. Um Beschädigungen der Wärmedämmung bei zukünftig anzubringenden Außengerüsten zu verhindern, wurden Gerüstanker bauseits vorgesehen. Diese sind wärmetechnisch optimiert und bis zur Nutzung durch Verschlusskappen verdeckt. Zusammen mit dem Hersteller des Wärmedämmverbundsystems wurde erreicht, dass die 30 cm starke Dämmschicht ohne zusätzliche Verdübelungen an der Außenwand verklebt werden konnte. Zur Unterstützung der Warmwasserbereitstellung wurden Solarkollektoren mit insgesamt knapp 65 m² Absorberfläche installiert. Die Montage erfolgte zum einen aufgeständert auf einem Flachdach, zum anderen auf mehreren Schrägdächern über den jeweiligen Treppenhäusern.

Die Wohneinheiten vor und nach der Sanierung
© PHI
playground/cara_s_playground_17.txt · Zuletzt geändert: 2019/04/04 12:58 von cblagojevic